MEHR
LIEBE INS LEBEN BRINGEN
von Eileen Caddy und David Earl Platts PhD
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Man
sagt oft, daß die besten Ideen beim Mittagessen geboren werden. Nicht ganz so
ist Bringing More Love into Your Life: The Choice is Yours (Bring
mehr Liebe in dein Leben bringen: Du hast die Wahl) entstanden - doch fast so.
David Earl Platts hatte - wie so oft, wenn er mit Eileen Caddy hier in der Gemeinschaft einen Workshop leitet - im Findhorn-Presse-Büro vorbeigeschaut. Er war schon fast wieder zur Tür hinaus, als ich zufällig - einfach so, einer nicht ganz ernsthaften Eingebung folgend - zu ihm sagte: "Wie wär's, wenn Du und Eileen zusammen ein Buch über Euern Workshop schreiben würdet? Schließlich können nicht alle unsere Gemeinschaft besuchen und an einem Kurs teilnehmen." David reagierte darauf sofort mit Begeisterung, und obwohl es zwei Jahre gedauert hat, erwarten wir nun endlich - während ich diese Zeilen schreibe - die Ankunft des fertigen Buches aus der Druckerei. Einen Workshop, der in erster Linie auf dem Erleben basiert, umzuwandeln und in Buchform zu präsentieren, erwies sich für David als eine größere Herausforderung als zunächst angenommen. Vor allem, da er die meiste Zeit in London war und Eileen hier lebt, und wir zusätzlich noch Schwierigkeiten mit Lay-out und Design hatten. Trotzdem glauben wir, daß es uns gelungen ist, ein Buch zu schaffen, das all denen eine praktische Hilfe sein kann, die die Blockierungen überwinden wollen, die sie daran hindern, zu lieben und sich lieben zu lassen. Es ist ein Buch für uns alle, sowohl für Fachleute wie auch für Laien. Im vorliegenden Artikel geben David und Eileen eine Einführung in ihr Buch und in einige Konzepte, die ihren Kursen zugrunde liegen.
Sandra
Kramer
Unsere
Arbeitsbeziehung begann 1979, als wir daran gingen, unsere
Kassetten-Aufzeichnungen von Be Still: Meditation for the Child Within,
Loving Unconditionally (Ruhig sein: Meditation für das Kind in uns.
Bedingungslos lieben) und
The Challenge of Change (Die Herausforderung der Veränderung)
zu schreiben und zu produzieren. Wir schrieben jede der Kassetten mindestens ein
Duzend Mal um, probierten verschiedenes Material aus und verbrachten Stunden im
Studio, machten Aufnahmen von jeder neuen Version und hörten sie dann sehr
kritisch an. Wir waren uns bewußt, daß es etwas anderes ist, fürs Ohr zu
schreiben als fürs Auge: alles muß richtig klingen.
Als
wir Loving Unconditionally beendet hatten, hatten wir aus den
verschiedenen Aufzeichnungen unseres Scripts so viel Material beisammen, daß
wir uns entschieden, einen Workshop zum Thema zu geben. Als Probelauf machten
wir einen Vormittags-Kurs im Juli 1982 im New Bold House; dies war das erste
Mal, daß wir vor einer Gruppe life zusammenarbeiteten. Sie und wir überlebten
glücklicherweise alle.
Diese
Vormittags-Sitzung entwickelte sich bald zu unserem einwöchigen Workshop
'Lieben Lernen'. In den folgenden zehn Jahren haben wir diesen Workshop in der
Findhorn-Gemeinschaft sehr oft durchgeführt, mit einer Teilnehmerzahl von
insgesamt mehr als 500 Personen. Darüber hinaus haben wir einzeln oder
gemeinsam Teile davon als Wochenend-Workshop in Städten wie Berlin, Brüssel,
Kopenhagen, London, München und Paris angeboten.
Sie
können sich vorstellen, daß wir uns selbst nie als Experten oder Vorbilder,
was das Lieben anbelangt, vorgestellt haben (im schmerzlichen Wissen um das
Sprichwort, daß Menschen das am besten unterrichten, was sie am meisten lernen
müssen). Doch während all der Jahre haben wir manches entdeckt, mit dem wir
anderen helfen können, sich zu öffnen und damit zuzulassen, daß sie freier
und lebendiger lieben uns sich lieben lassen. Als nun die Herausgeberin der
Findhorn-Presse, Sandra Kramer, uns einlud, ein Buch über unseren Workshop zu
schreiben, nahmen wir die Herausforderung sofort an als eine Möglichkeit, mehr
Menschen helfen zu können.
Wir
werden oft gefragt, ob es wirklich möglich sei, anderen in einem Workshop oder
einem Buch zu vermitteln, wie man lieben lernen kann. Unsere Antwort darauf ist
immer ein klares Ja! Wir meinen, daß es keine Frage des Wartens auf äußere
Bedingungen ist - auf den richtigen Moment, die richtige Person oder eine
Verbindung von Ereignissen, die daherkommen - bis wir fähig werden,
vollkommener zu lieben. Wir brauchen nicht auf Aschenputtel oder den Märchenprinzen
zu warten, um uns von ihnen hinreißen zu lassen. Wir brauchen nicht darauf zu
warten, daß die Liebe zu uns kommt.
Unabhängig
von unseren früheren Erfahrungen oder vom gegenwärtigen Zustand unseres Geistes oder
Herzens können wir immer einen ausdrücklichen Schritt tun, um der
Liebe mehr Raum in unserem Leben zu geben. Liebe zum Ausdruck zu
bringen, ist also eine Frage der Wahl, einer Wahl, die immer wir selbst
treffen müssen.
Wenn
wir also nach mehr Liebe in unserem Leben streben, was hindert uns daran, diese
Wahl zu treffen? Das gechannelte Buch A Course In Miracles (Ein Kurs in
Wundern) hält eine Antwort bereit:
Deine
Aufgabe besteht nicht darin, Liebe zu suchen, sondern
allein darin, alle Hindernisse, die Du dagegen aufgebaut hast, in Dir selbst
zu suchen und zu finden. Es ist nicht nötig, nach dem zu suchen, was
wahr ist, sondern es ist nötig, nach dem zu suchen, was unwahr ist.
Manche
Menschen nennen diese inneren Barrieren und Blockierungen ihren 'Schatten' oder
ihre 'dunkle' Seite und lassen sie so mysteriös, ja sogar ominös und
schwierig, wenn nicht gar unmöglich zu meistern, erscheinen.
Wir
wählen einen positiveren Zugang, um sie aufzulösen. Dabei lassen wir uns von
Roberto Assagioli MD, dem italienischen Psychiater und Begründer der
Psychosynthese führen. (Die Psychosynthese bietet einen ganzheitlichen
erzieherischen und psychospirituellen Zugang zum Wachstum und zur Entwicklung
des Menschen.) Er sagt in The Act of Will
(Der Akt des Wollens):
Viele
Menschen haben Angst vor der Liebe, haben Angst davor, sich einem anderen
Menschen, einer Gruppe oder einem Ideal gegenüber zu öffnen. Aufrichtige und
ehrliche Selbst-Prüfung und Selbst-Analyse oder eine mit Hilfe von anderen geführte
Analyse sind die Mittel, diese Widerstände und Ängste zu entdecken und
freizulegen und sie dann loszuwerden.
In
unserem Workshop zeigt es sich, daß - sobald Widerstände und Ängste
aufgedeckt werden - die Liebe frei fließen kann.
Wenn
wir unsere Workshops anbieten und dieses Buch schreiben, ist es unsere Absicht,
Menschen zu helfen, diese 'aufrichtige und ehrliche Selbst-Prüfung und
Selbst-Analyse' durchzuführen, ihre Ängste und Widerstände zu identifizieren
und damit umzugehen, so daß sie sich entscheiden können, sich der Liebe verstärkt
zu öffnen.
Wir
sind eher Lehrer als Psychotherapeuten, und unsere Arbeit soll eher Erziehung
als Therapie sein. Sie wurde so konzipiert, daß das Gewahrsein gegenüber
Haltungen und Verhalten in der Liebe gesteigert wird und daß Alternativen
angeboten werden, die den Menschen helfen, umfassender zu lieben.
Als
wir mit dem Schreiben begannen, entdeckten wir bald einen wichtigen Unterschied
zwischen dem Durchführen eines Workshops mit dem Thema 'Lieben Lernen' und dem
Schreiben darüber. Als Workshop-Leiter verbringen wir viel Zeit mit Interaktion
mit den Teilnehmern/innen: wir stellen und beantworten Fragen, teilen uns mit
und hören bei persönlichen Erfahrungsberichten zu und arbeiten an Persönlichkeits-Mustern
von Menschen, vor allem an Mustern, die das Lieben und Sich-lieben-Lassen
einschränken.
Die
Herausforderung an uns als Autoren war also, Wege zu finden, um unseren
Lesern/innen möglichst dieselbe interaktive Erfahrung zu vermitteln, die sie in
unserem Workshop machen würden. So mußten wir schließlich eine Menge neues
Material für das Buch zusammenstellen mit dem Ergebnis, daß vielleicht 75
Prozent des Buches neu geschaffen wurden. Workshop-Teilnehmer/innen werden das
meiste von dem, was sie in der gemeinsamen Woche im Buchen-Zimmer des Cluny Hill
College der Gemeinschaft erfahren haben, wiedererkennen. Doch sie werden auch
eine Menge Material finden, das wir aus Zeitmangel nie vorstellten.
Wir
nennen das Buch einen 'Kurs', um seinen Erfahrungs-Charakter widerzuspiegeln,
und die Kapitel sind 'Sitzungen' darin. Sitzungs-Titel betonen das Übernehmen
von individueller Verantwortung durch das Ausüben von Eigeninitiative in zehn
verschiedenen Bereichen:
-
Sich entscheiden zuzulassen
-
Sich entscheiden, sich sicher zu fühlen
-
Sich entscheiden zu vertrauen
-
Sich entscheiden, ehrlich und offen zu sein
-
Sich entscheiden, wach und achtsam zu sein
-
Sich entscheiden zu akzeptieren
-
Sich entscheiden zu handeln
-
Sich entscheiden, frei zu sein
-
Sich entscheiden, sich zu verändern
-
Sich entscheiden zu lieben - bedingungslos
Als
Verbindung von Theorie und Praxis hat jede Sitzung sechs Teile: Verbindungen
herstellen, Bestandsaufnahme machen, Perspektiven erkunden, Gewahrsein gewinnen,
Potential entwickeln und es anwenden. Wir stellen das ganze Buch hindurch viele
Fragen und lassen Platz, damit die Leser/innen ihre eigenen Antworten festhalten
können.
Der
Kern des Kurses sind die Übungen - mehr als 125 - die die Leser/innen behutsam
durch eine sorgfältig aufgebaute Reise der Selbst-Erforschung führen. Wenn sie
bei den letzten Seiten ankommen, dann werden sie sowohl innere wie auch äußere
Landschaften durchquert haben, werden einen Kompaß und eine Karte haben, die
ihnen helfen werden, neue Richtungen einzuschlagen, und sie werden über eine
vollständige Aufzeichnung ihrer Reisen ins Universum der Liebe verfügen.
Sowohl
der Kurs wie auch der Workshop basieren auf den folgenden Prinzipien:
1.
Während die Liebe viele verschiedene Formen annimmt, ist eine nützliche
Arbeitsdefinition von Liebe: mitfühlendes Annehmen von und Respekt vor uns
selbst und anderen.
2.
Als menschliche Wesen sind wir mit der vollen Liebesfähigkeit auf die Welt
gekommen. Sie ist unser von Gott gegebenes Erbe, ein göttlicher Funke, der in
jedem von uns existiert, ein Funke, der gefunden und zu einer hell brennenden
Flamme entfacht werden kann.
3.
Als spirituelle Wesen sind wir reine Liebe mit dem Bedürfnis, unserer
wesentlichen Natur Ausdruck zu verleihen: zu lieben, zu dienen, Ganzheit und
Einssein mit dem ganzen Leben zu fühlen.
4.
Als Selbst-Verteidigung aufgrund schmerzlicher Erfahrungen haben wir schützende
Barrieren in uns selbst errichtet, die jedoch auch die Liebe daran hindern können,
frei zu fließen. Wir haben Ängste, Widerstände, Ansichten und
Verhaltensmuster entwickelt, die diese Barrieren standhaft an Ort und Stelle
halten.
5.
Die Hauptlektion im Leben ist, lieben zu lernen. Dazu sind wir hier auf der
Erde, und so kommt diesem Lernen die höchste Priorität zu, sowohl was unsere
Zeit wie auch unsere Aufmerksamkeit betrifft. Keine andere Lektion ist so
wichtig oder so nötig zu lernen.
6.
Wir können andere nicht lieben, wenn wir nicht zuerst uns selbst lieben, und
viele von uns lieben weder sich selbst noch andere frei, umfassend und ohne
Angst.
7.
Ein Hauptgrund dafür, daß viele von uns sich selbst nicht lieben, liegt in den
Zweifeln, die wir an unserem eigenen Wert haben, nachdem wir sehr früh im Leben
eine negative Ansicht über uns selbst gebildet haben, wie zum Beispiel 'Ich bin
nicht gut genug' oder 'Ich verdiene keine Liebe'.
8.
Wir können uns entscheiden, uns selbst und andere anzunehmen und zu
respektieren. Wir können uns entscheiden, unsere Ansichten und unser Verhalten
zu ändern. Wir können uns entscheiden, unsere Barrieren abzubauen und den natürlichen
Fluß der Liebe in uns zu erfahren.
9.
Der Liebe mehr Raum in unserem Leben zu geben, ist das Ergebnis eines
Lernprozesses: lernen, wie man diese Entscheidungen trifft und wie man sie in
wirkungsvolles Handeln umsetzt. Sich zu entscheiden erfordert die Absicht, sich
zu ändern und die Bereitschaft zu handeln.
Entscheidungen
zu treffen, sowohl große wie auch kleine, führt zum Erstarken der Person und
zu einem größeren Gefühl der Freiheit.
10.
Eine liebende, reine, ständige Mitte tief in uns, die vom Geplapper unseres
Geistes oder von körperlichen Zuständen nicht beeinflußt wird, und die unser
Leben belebt, integriert und lenkt, hilft uns, diese Entscheidungen zu treffen
und zu integrieren. Wir nennen sie unser Göttliches Selbst.
11.
Wir befinden uns immer an einer Kreuzung, an der wir die Wahl haben, mehr Liebe
in unser Leben einzubringen. Es ist eine Wahl, die oft getroffen werden muß,
immer wieder, Tag für Tag, von Augenblick zu Augenblick.
12.
Unsere Entscheidung, liebender zu sein, kann durch das Erlernen und Anwenden
wichtiger Prinzipien und Techniken erleichtert werden. Sie werden in einem
schrittweisen Übungsprogramm zur Schulung der Bewußtheit vorgestellt, von
denen viele aus der Psychosynthese stammen, die behauptet, daß Selbstbestimmung
mit Selbst-Erkenntnis und Selbst-Verständnis beginnt.
Unser
Buch lädt die Leser/innen ein, eine freie und informierte Entscheidung zu
treffen - eine, die sie nähren und stärken wird - und die ihnen dann hilft,
die nötigen Schritte zu tun, um sie auf eine klare und vertrauende Art in
Handeln umzusetzen.
Möchten
Sie mehr Liebe in Ihr Leben bringen? Wir wünschen es Ihnen. Außerdem, je mehr
Sie es tun, desto mehr Liebe bringen Sie in die Welt.
Sie
treffen die Entscheidung, jetzt und immer!
Eileen
Caddy ist eine der Mitbegründerinnen der Findhorn-Gemeinschaft, wo sie
Workshops zu spirituellen Themen leitet. Sie ist die Autorin zahlreicher Bücher,
einschließlich Opening Doors Within (Türen nach innen öffnen), God Spoke To Me (Gott
sprach zu mir), Dawn Of Change (Anfang der Veränderung), Footprints On The Path
(Fußstapfen auf dem Pfad) und ihre Autobiographie Flight Into Freedom
(Flug in die Freiheit).
David
Earl Platts lebte von 1978-1986 in Findhorn und kehrt regelmäßig jedes Jahr
dorthin zurück, um Workshops mit Eileen Caddy und anderen durchzuführen. Er
ist ein beliebter Autor von Büchern zur persönlichen Entfaltung, Lektor und
Berater, ein Management-Berater und Ausbildner. Während mehr als 35 Jahren hat
er Gruppen unterrichtet und geleitet. Er ist
Amerikaner und lebt derzeit in London.