Je emotionaler die Konflikte, desto höher das Trennungsrisiko

In Deutschland scheitern etwa 35 Prozent der Ehen. „Dies belastet nicht nur die unmittelbar Betroffenen und ihre Kinder“, so Hahlweg. „Betrachtet man allein die gesundheitlichen Auswirkungen familiärer Konflikte hat dies auch soziale und ökonomische Folgen“. Einer frühzeitigen Prävention kommt daher große Bedeutung zu.

Professor em. Dr. phil. habil. Kurt Hahlweg, Professor für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik an der Technischen Universität Braunschweig und seine Mitautoren werteten für die Untersuchung eine Reihe von Parametern im Hinblick auf ihre Vorhersagekraft von Trennung und Scheidung aus. Dazu gehörten unter anderem physiologische Werte wie Blutdruck, Puls, Cortisolspiegel und Sprachgrundfrequenz.

„Die Ergebnisse bestätigen, wie wichtig es für die Stabilität einer Beziehung ist, dass Konflikte nicht zu häufig zu emotional ausgetragen werden.“ Die Studie ist die weltweit erste, die sowohl physiologische Parameter als auch das Kommunikationsverhalten über einen so langen Zeitraum hinsichtlich ihrer Vorhersagekraft bezüglich Scheidung und Trennung untersuchte.
Roberto Assagioli, der Begründer der Psychosynthese sprach bereits Mitte des letzten Jahrhunderts über die Wichtigkeit, seine Gefühle und Emotionen beherrschen zu lernen und lehrte die Menschen Gefühle und Emotionen nicht zu unterdrücken oder unkontrolliert auszudrücken, sondern geeignete Möglichkeiten zu finden, um diese Kräfte zu kanalisieren. Damit fand er sich ganz im Einklang mit den alten Weisheitstraditionen, wie z.B. dem Buddhismus, welcher ebenfalls Wert darauf legt, sich nicht zum Sklaven von Gefühlen und Emotionen zu machen.

„Wir werden von allem beherrscht, womit wir uns identifizieren. Wir können lernen, alles zu beherrschen, wovon wir uns disidentifzieren.“ Buddha

Wir können lernen, unsere Gefühle und Emotionen bewusst wahrzunehmen und diese in eine Richtung zu leiten, die dem grösseren Ganzen dienen und Wachstum und Heilung fördern – individuell, als Paar und im Kollektiv. Diese Entwicklung führt zu einer grösseren Bewusstheit, einer stärkeren Entwicklung des eigenen Potenzials und zu einer stärkeren Verbundenheit/Liebe mit sich selbst und seiner Mitwelt.
PS.

Weitere Informationen zur Untersuchung von Prof. Hahlweg findest Du unter
medizin-aspekte.de/aktuelle-studie-je-emotionaler-die-konflikte-desto-hoeher-das-trennungsrisiko