Genug vom Winter in unserer Gesellschaft?

Genug vom Winter? Von der Kälte und der Dunkelheit?

Winter ist für mich immer eine Zeit des Rückzug’s, der Einkehr. Und wenn ich die vergangenen 14 Monate Revue passieren lassen, dann könnten wir auch sagen, dass unsere Gesellschaft gerade eine Zeit des Winters durchgemacht hat. Ein kleiner Virus hat uns als Gesellschaft dazu gebracht, uns zurückzuziehen und uns mehr auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren und uns mit Fragen unserer Existenz und unseren Werten auseinanderzusetzen.

Und dies auf ganz unterschiedliche Weise.

Während die einen gegen die Anordnungen unseres Bundesrats und die Empfehlungen der wissenschaftlichen Task-Force ankämpften, andere radikale Lockdowns durchführen und alles verbieten wollten, gab es viele Menschen, die sich mit grundsätzlichen Fragen unserer Existenz vermehrt auseinandersetzten und nach Antworten in grösseren Zusammenhängen suchten.

Was zählt Angesichts der Endlichkeit unseres Lebens? Ist es der Job oder sind es die Menschen, denen man begegnet, von denen man sich berühren lässt? Welche Werte sind mir wichtig? Wie möchte ich in diese Werte leben? Was ist mein Beitrag in dieser Welt?

Ein kleiner Virus hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir verletzlich sind und keine Garantie haben, dass wir 80 Jahre und älter werden. Dieses kleine Virus hat uns aufgerüttelt und uns auf sehr unterschiedliche Weise gezeigt, dass unsere Sicherheit sehr zerbrechlich ist und sich in kürzester Zeit völlig auflösen kann. Es hat uns auch die Begrenztheit unserer Vorstellungen vor Augen geführt und deutlich gemacht, dass die Kriegsmentalität, diese martialische Denkweise alles zu bekämpfen und auszurotten was uns nicht gefällt, dem alten Paradigma angehören. Einem Paradigma, welches noch in das letzte Jahrhundert gehört, aber in diesem Jahrhundert sich zu ändern braucht.
Dieses Virus hat uns gezeigt, dass wir auf unserer Erde alle miteinander verbunden sind und wir die Augen vor dem was weltweit geschieht nicht verschliessen können. Wir sind alle betroffen von den Veränderungen, die auf unserer Erde geschehen. Da gibt es keine Grenzen, die einen Virus, Umweltzerstörung, humane Ungerechtigkeiten etc. aufhalten können.

Es ist Zeit aufzuwachen und uns bewusst zu werden, dass alles Leben auf diesem Planeten verbunden ist und wir ein Teil davon sind. Heilung kann entstehen, indem wir die Verantwortung für unseren Teil übernehmen und uns im Kontext dieses grösseren Ganzen verstehen. Jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen. Wir sind alle dazu aufgefordert gemeinsam zu wachsen. Das ist nicht immer einfach. Es erfordert viel Mut und den Willen etwas zu verändern. Die Bereitschaft, die eigenen Kräfte, Fähigkeiten und Talente einzusetzen, um eine Welt des Friedens und der Harmonie herzustellen.

Stell’ dir für einen Moment vor, wie es wäre, wenn wir mit Respekt und Wertschätzung allem Leben gegenüber wären? Wenn wir alle uns gegenseitig unterstützen würden, unsere wahren Kräfte und Fähigkeiten in die Welt zu bringen. Wäre das nicht grossartig? Stell dir vor, wie sich die Welt verändern könnte, wenn es nicht mehr darum geht, wer Recht hat oder wer der Stärkere ist, sondern realisiert wird, dass es genug Platz für uns alle hat. Dass wir alle einen wertvollen Beitrag zur Heilung unseres Planeten leisten können.

Was ist dein Beitrag? Ahnst du, dass da noch mehr in dir schlummert, als das was du bis jetzt lebst? Was hindert dich? Was brauchst du, um deine volle Power in die Welt zu bringen? Brauchst du Unterstützung?

Es gibt viele tolle Menschen, die den Weg schon vor dir gegangen sind und dich gerne begleiten. Du brauchst dich nur zu entscheiden und danach zu fragen.

Du magst mich für einen Träumer halten, aber ich bin davon überzeugt, dass wir jetzt an dem Punkt unserer Entwicklung angekommen sind, wo es darum geht, über das Bewusstsein des Höhlenmenschen, der alles was ihm Angst macht mit der Keule totschlagen will, hinauswachsen.

Es ist Zeit aufzuwachen. Zeige dich in deiner Kraft. Hilf mit, damit sich der Frühling in unserer Gesellschaft zeigen kann.

Die Welt wartet auf dich.

 

(c) Autor: Gerhard Schobel
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