Lernansatz
In diesen 10 Tagen lernen die Teilnehmenden, Coachingprozesse in ihrer Tiefe zu verstehen, zu gestalten und zu reflektieren – nicht als starres Vorgehen, sondern als lebendigen Prozess.
Die Ausbildung verbindet theoretische Impulse, Selbsterfahrung und intensives praktisches Üben. Im Zentrum steht dabei nicht nur das Verstehen von Inhalten, sondern die eigene Erfahrung: Wie entsteht ein Raum, in dem Entwicklung möglich wird? Wie begleite ich Menschen so, dass sie in Kontakt mit sich selbst kommen?
Entwicklung der Rolle als Coach
Zu Beginn setzen sich die Teilnehmenden mit ihrer eigenen Haltung und Rolle als Coach auseinander. Sie reflektieren persönliche Werte, ihre Art in Beziehung zu gehen sowie den Umgang mit Nähe, Präsenz und professioneller Klarheit.
Dabei geht es weniger um „richtig oder falsch“, sondern um das Entwickeln einer authentischen, tragfähigen Haltung. Diese bildet die Grundlage für eine Begleitung, die nicht steuert, sondern Raum gibt – und gleichzeitig klar und präsent bleibt.
Gestaltung von Coachingprozessen
Die Teilnehmenden lernen, Coachingprozesse zu strukturieren, ohne sie zu standardisieren. Im Vordergrund steht das Verstehen, wie ein Prozess entsteht und wie er gehalten werden kann.
Zentrale Elemente sind dabei:
- Ankommen und Entstehen eines tragenden, vertrauensvollen Raums
- Klärung des Anliegens, so wie es sich zeigt
- Wahrnehmen und Einordnen innerer Prozesse
- Öffnen von Perspektiven
- Entstehen von stimmigen nächsten Schritten
Der Fokus liegt nicht auf vorgegebenen Abläufen, sondern auf der Fähigkeit, Prozesse situativ und passend zu begleiten.
Präsenz und Gesprächsführung
Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung einer präsenten, klaren und urteilsfreien Gesprächsführung. Die Teilnehmenden lernen,
- wirklich zuzuhören – ohne sofort einzuordnen oder zu bewerten
- offene und vertiefende Fragen aus dem Moment heraus entstehen zu lassen
- innere Prozesse, Spannungen und Dynamiken wahrzunehmen
- Coaching durch Präsenz statt durch Ratschläge zu gestalten
Die Qualität der Begleitung entsteht dabei nicht durch Technik, sondern durch Haltung und Wahrnehmungsfähigkeit.
Ressourcenorientiertes Arbeiten
Die Ausbildung legt einen klaren Fokus auf ressourcenorientiertes Arbeiten. Die Teilnehmenden lernen,
- vorhandene Ressourcen sichtbar zu machen
- innere Kraftquellen zugänglich zu begleiten
- Menschen in Kontakt mit ihrer eigenen Wirksamkeit zu bringen
Dabei geht es nicht darum, etwas „hinzuzufügen“, sondern das freizulegen, was bereits angelegt ist.
Psychosynthese als Haltung
Die Psychosynthese bildet die Grundlage der Haltung in dieser Ausbildung. Sie prägt das Verständnis vom Menschen als vielschichtiges, entwicklungsfähiges Wesen mit inneren Anteilen, Ressourcen und einer inneren Ausrichtung.
Diese Haltung fliesst in die gesamte Arbeitsweise ein und wird durch erfahrungsorientierte Zugänge erlebbar – unter anderem durch:
- Arbeit mit inneren Bildern
- Imagination und innere Reisen
- Atem und fokussierte Wahrnehmung
- Zugang zu inneren Zuständen und Ressourcen
So entsteht ein Zugang zu inneren Prozessen, der über rein kognitives Verstehen hinausgeht.
Praktisches Üben und Integration
Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist das praktische Üben. Die Teilnehmenden arbeiten in unterschiedlichen Lernformaten:
- Zweier-Settings
- Dreiergruppen mit Beobachterrolle
- Live-Coachings mit Feedback
- Beobachtung von Coachings der Seminarleitung
Ergänzt wird dies durch Reflexion, Austausch und die Integration eigener Praxiserfahrungen.
Zwischen den Ausbildungstagen führen die Teilnehmenden eigene Coachings durch, reflektieren diese und bringen ihre Erfahrungen wieder in die Gruppe ein.
Ergebnis der Ausbildungstage
Nach diesen zehn Ausbildungstagen sind die Teilnehmenden in der Lage,
- Coachingprozesse klar und gleichzeitig offen zu gestalten
- Menschen präsenzbasiert und ressourcenorientiert zu begleiten
- innere Prozesse differenziert wahrzunehmen und einzuordnen
- erfahrungsorientierte Methoden gezielt einzusetzen
- ihre eigene Rolle als Coach bewusst und reflektiert zu leben









