Mehr als 30 Jahre Erfahrung

Nach vielen Aus- und Weiterbildungen in der Gesundheitspflege schrieb sich Gerhard Mitte der achtziger Jahre für eine Ausbildung in Psychosynthese-Therapie und Gestalt-Pädagogik ein. Er war so begeistert, dass er anschliessend die Ausbildung und Assistenz zum Seminarleiter und Psychosynthese-Pädagoge machte.

Unser Zuhause, gegründet von Gerhard Schobel 1991 

Obwohl Anfang der neunziger Jahre einige wenige Psychosynthese Ausbildungsinstitute in der Schweiz aktiv waren (u.a. Bern, Zürich), schrieb er – aus heutiger Sicht – mit der damaligen Gründung des aeon in Basel Geschichte: aeon ist heute das einzige Ausbildungsinstitut für Psychosynthese in der Schweiz. Es ist zudem das einzige, welches vom SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation Schweizerische Eidgenossenschaft) anerkannt ist.

Mit viel Liebe, Fleiss und Beharrlichkeit steuerte Gerhard sein aeon durch alle unternehmerischen Stürme und Flauten und etablierte das aeon zu einem international renommierten Ausbildungsinstitut für Psychosynthese – eine unschätzbare Pionierleistung für unsere Kultur.

Wie kam es zum Namen aeon? Als Jungunternehmer in den neunziger Jahren wollte Gerhard 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: Der Anfangsbuchstabe sollte ein A sein, damit der Name immer am Anfang erscheint, und der Name sollte etwas Nachhaltiges, Generationen Übergreifendes bedeuten. So kam er auf den Begriff aeon: er stammt vom griechischen ὁ αἰών (ho aión, aus archaischem Griechisch ὁ αἰϝών; aiwón) und kann je nach Zusammenhang, in dem das Wort steht, Lebenszeit, Leben, Generation, Zeit, Zeitdauer, Zeitraum und Ewigkeit bedeuten.

Interview – 7 Fragen an Gerhard

Am 1. Juli 2024 wurde das aeon an Petra und Nic übergeben. Was bedeutet das für dich? 

Für mich ist es eine grosse Freude, das aeon an zwei so kompetente und tolle Menschen wie Petra und Nic zu übergeben. Beide haben vor mehreren Jahren die 3-jährige Psychosynthese-Ausbildung bei mir und meinem Team gemacht und haben sich in vielen anderen Gebieten der Psychologie und Körperarbeit weitergebildet. Petra hat mich schon vor Jahren für einige Zeit im Office unterstützt und kennt daher die Abläufe. Sie hat auch bereits einmal ein eigenes Coaching-Institut aufgebaut und damit ebenfalls sehr viel Erfahrung. Nic war international sehr erfolgreich in der Privatwirtschaft tätig und hat viel Erfahrung in Führung und Konsensfindung. Für mich ein Traumteam. Ich habe das Gefühl, dass das aeon sich dadurch noch einmal einen kräftigen Schritt entwickeln kann. Ich bin sehr zuversichtlich und es gibt mir ein gutes Gefühl das, was ich aufgebaut habe, in ihre Hände zu übergeben.   

Du hast mit viel Liebe und Beharrlichkeit das aeon aufgebaut. Was waren für dich in den letzten 33 Jahre die Höhe- aber auch Tiefpunkte? 

Diese Zeit war geprägt mit vielen kleinen und grösseren Höhe- und Tiefpunkten:  

  • Ein Höhepunkt war als ich beschloss, meine Vision eines heilenden Ortes der Synthese, der Verbindung von Spiritualität, Psychologie und alternativen Heilweisen, von moderner Wissenschaft und Medizin umzusetzen und ich meine Unterschrift unter meinen ersten Mietvertrag für’s aeon 1991 tätigte. Bis dahin war ich immer in einem sozialen Unternehmen (Klinik, Suchtzentrum) angestellt. Jetzt war ich das erste Mal selbstständig und meine Vision stand auf dem Prüfstand der Umsetzbarkeit. 
  • der anschliessende Verlust von einem Grossauftrag als Trainer und gleichzeitig die Erfahrung, dass das Universum mithilft, indem meine Therapie-Praxis anfing, sehr gut zu laufen. 
  • der Start mit Psychosynthese-Ausbildungen im Jahr 1993. 
  • ein Höhepunkt um die Jahrtausendwende war, als wir 4 Ausbildungsgruppen  à15-18 Personen nebeneinander laufen hatten. 
  • ein Tiefpunkt war, als ich um 2005-08 ein Franchiseunternehmen für Businesstrainings kaufte mit der Idee, dadurch auch die Möglichkeit zu erhalten, Psychosynthese mehr in die Businesswelt zu tragen. Das Scheitern mit diesem Projekt hinterliess mich mit einem grossen Berg an Schulden und auch das aeon mit seinen Ausbildungen hat unter diesem Abenteuer sehr gelitten und ist fast leer gestanden. Ich musste das aeon praktisch fast wieder von Null aufbauen. Das war eine sehr schwierige Zeit für mich, weil ich mir auch Übel nahm, dass ich mit meiner Vision des aeon riskiert habe und nicht einfach meinem Herzen gefolgt bin. 
  • ein Höhepunkt war, als das aeon wieder gelaufen ist und ich wieder in meine innere Spur gefunden habe. 
  • ein Höhepunkt ist aktuell, dass ich das aeon in jüngere Hände übergeben kann und meine Arbeit weiterhin Früchte trägt. 

Wie vielen Menschen hast du im Laufe der Jahre die Psychosynthese näher gebracht durch die 3-jährige Ausbildung? 

In den vergangenen 37 Jahren – so lange vermittle ich schon Psychosynthese in Ausbildungen, Weiterbildungen und Einzelbegleitung –  habe ich mehreren tausend Menschen die Prinzipien, Methoden und Techniken der Psychosynthese vermittelt. In der 3-jährigen Ausbildung des aeon waren es weit über 1000 Studentinnen und Studenten. 

Wenn du nun zurückblickst, auf was bist du besonders stolz? 

Es gibt ganz Vieles, auf das ich gerne zurückblicke;

  • die vielen Menschen, welche den Weg ins aeon gefunden haben und die vielen schönen Begegnungen, die daraus entstanden sind. 
  • dass es mir gelungen ist, international bekannte Psychosynthese-Trainerinnen und -trainer in die Schweiz zu bringen (Molly Young Brown/CA, Will Parfitt/GB, Gianni Datillo/It, Nanne Hessel/S um nur ein paar zu nennen).
  • die Mithilfe beim Aufbau eines schweizerischen Berufsverbandes SGfB. 
  • der Anerkennung der aeon Psychosynthese-Ausbildung durch das SBFI.
  • dass es uns gelungen ist, den Beruf der psychosozialen Beratung vom Bund anerkennen zu lassen.  
  • die Mithilfe beim Aufbau eines europäischen Berufsverbandes für Psychosynthese-Psychotherapie, EFPP.  
  • auch international bekannte Heilerinnen und Heiler aus Hawaii (z.B. Dr. Serge Kahili King) konnte ich sehr erfolgreich in die Schweiz bringen und grosse Workshops mit über 200 Personen durchführen. Mich erfüllt es mit Freude zu wissen, dass ich mit meiner Vision, einen Ort der Verbindung und der Heilung zu erschaffen, vielen Menschen in ihrem eigenen Heilungs- und Wachstumsprozess behilflich sein konnte.  
  • es erfüllt und beglückt mich, dass es das aeon nun seit über 33 Jahren in Basel gibt.  

Bleibst du dem aeon erhalten und wenn ja, wie? 

😊 Ich bleibe dem aeon, Petra, Nic und der Psychosynthese gerne erhalten, solange ich etwas beitragen kann. In den nächsten 15 Monaten werde ich noch alle meine begonnenen Psychosynthese-Ausbildungen zu Ende führen. Dann freue ich mich, dass Petra und Nic mich in ihrem Trainerteam aufgenommen haben und werde auch weiterhin gerne ab und zu Seminare und Workshops leiten und mein Wissen und meine Erfahrung zur Verfügung stellen. Ansonsten wird es sich in der Zukunft zeigen, wo und wie ich im aeon behilflich sein kann.  

Als frischgebackener Rentner – auf was freust du dich am meisten? 

Am meisten freue ich mich auf die freie Zeit. Ein Institut wie das aeon zu leiten, beschränkt sich nicht nur auf die Präsenzzeit im Büro oder als Trainer in den Ausbildungen. Die Verantwortung besteht 24/7. Es ist ein intensiver Prozess und eine ständige Entwicklung. Es geht immer darum, Jahre im Voraus zu planen. Von daher freue ich mich, nun mehr Zeit für mich persönlich zu haben. Hobbies, welche ich in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt habe, wieder vermehrt zu geniessen und auch neue Hobbies zu entdecken. Ich freue mich darauf, mehr Zeit mit meiner Familie und Freunden zu haben. Ich freue mich auf das «Loslassen können». 

Lieber Gerhard, wir danken dir für dieses Interview und wünschen dir auf deinem neuen Lebensabschnitt viel Freude, Muse und Gesundheit.