Über die Freundschaft
Freundschaft ist für mich mehr als ein Wort. Sie ist wie ein sicherer Hafen, wie Sonnenlicht an einem grauen Tag und manchmal auch wie ein lautes, befreiendes Lachen, das den Raum erfüllt.
Meine Freundinnen sind meine Wegbegleiterinnen, Spiegel und Anker. Manche sind seit Jahrzehnten an meiner Seite. Freundschaften, die Zeit und Distanz überdauern. Mit einigen treffe ich mich aus Distanzgründen leider nur selten, ein- bis zweimal im Jahr. Andere sind Teil meines Alltags, weil sie hier in der Umgebung von Basel leben. Und jede dieser Freundschaften ist anders. Es gibt die, mit denen ich alles teilen kann, weil sie mich verstehen, oft ohne dass ich viel erklären muss.
Dann gibt es die Frauen, die sich wie Schwestern anfühlen. Über 30 Jahre stehen auf unserem Freundschaftskonto – mit allen Höhen und Tiefen, mit Lachtränen und echten Tränen. Sie waren bei mir in meinen schwierigsten Momenten und haben mit mir getanzt, wenn die Sonne wieder schien.
Und dann gibt es diese überraschenden Sterne, die erst in den letzten Jahren in mein Leben gefallen sind. Begegnungen, die sofort eine Verbindung geschaffen haben, als wären sie schon ewig da. Die haben vielleicht nicht die halbe Lebensgeschichte mit mir geteilt, aber sie haben in Windeseile mein Herz erobert.
Gerade jetzt, mit der Herausgabe des Juli Newsletters an diesem Wochenende, war ich in München – bei zwei dieser besonderen Freundinnen:
Die eine kenne ich seit über 20 Jahren. Wir haben uns 2003 in der Psychosynthese-Ausbildung kennengelernt. Unterschiedlicher hätten wir kaum sein können. Aber wir verstehen uns mittlerweile wortlos. Unsere Freundschaft ist getragen von Respekt, Vertrautheit, einer grossen Liebe und dem Wissen, dass wir einander wirklich sehen – im Innen wie im Aussen.
Die andere ist ganze 20 Jahre jünger. Wir haben uns vor zwei Jahren auf Bali in der Yogaausbildung kennengelernt. Vier Wochen Yoga – das verbindet. Man lernt den anderen schnell kennen, auch mit verschlafenen Gesichtern um sechs Uhr morgens. Und daraus ist eine tiefe, warme Freundschaft gewachsen, die ich auch nicht mehr missen möchte.
Letztes Wochenende war ich dann mit einer weiteren langjährigen Freundin in Italien unterwegs. Wir kennen uns seit über 30 Jahren – damals Teil eines legendären Vierer-Kleeblatts. Lustigerweise sind ausgerechnet wir zwei, die gegensätzlichsten Charaktere, heute die engsten Freundinnen. Wir haben uns gegenseitig geschliffen wie zwei rohe Diamanten: Sie hat gelernt, mehr in ihre Klarheit zu kommen, ich mehr in meine Sanftheit. Und wir lernen immer noch voneinander. Zum Glück wohnt sie in Basel, so können wir unsere Freundschaft regelmässig feiern.
Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, ist mein Herz einfach nur voll – mit Dankbarkeit für all diese wunderbaren, starken, lustigen, weisen, manchmal verrückten Frauen, die mich begleiten und mir immer wieder zeigen:
Ich bin geliebt. Egal was kommt.
Und weil Freundschaft so viele Gesichter haben kann, meine Fragen an dich:
- Wer ist dein Stern am Himmel – und warum?
- Hast du eine Freundschaft, die schon Jahrzehnte hält? Wie habt ihr das geschafft?
- Bist du eher der „Alltagsfreundschaft“-Mensch (regelmässig sehen) oder der „wir-sehen-uns-2x-im-Jahr-aber-es-ist-immer-magisch“-Typ?
- Welche überraschende Freundschaft ist in den letzten Jahren in dein Leben gekommen?
- Was macht für dich eine wirklich tiefe Freundschaft aus?
- Hast du schon mal gemerkt, dass Gegensätze eine Freundschaft noch stärker machen?
Ich wünsche dir auf jeden Fall auch solche Sterne in deinem Leben – Menschen, die bleiben, strahlen und dein Herz immer wieder zum Tanzen bringen.
Herzlichst,
Petra
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